Wilder Mind Sloe Gin: 550 Flaschen, zwölf Monate Mazeration – lohnt sich der Preis?

Wilder Mind Sloe Gin Flasche und Ein Glas mit dem Likör
Foto: Wilder Mind GmbH

Die Destillerie Wilder Mind aus der Holsteinischen Schweiz hat einen limitierten Sloe Gin ins Sortiment aufgenommen. Verantwortlich zeichnen Brennmeister Paul Brusdeilins und Katharina Ulrich-Brusdeilins.

Was Sloe Gin ist

Sloe Gin entsteht klassisch durch das mehrmonatige Ansetzen von Schlehen (der Frucht des Schwarzdorns) in Gin mit Zucker – ein Verfahren mit langer britischer Tradition. Die Schlehen geben dabei Farbe, Fruchtigkeit und eine charakteristische leichte Bittere ab.

Die Basis: 15 Botanicals im eigenen Dry Gin

Der Grund-Gin entsteht auf einem klassischen Brennkessel per Mazeration und Spirit Basket aus 15 Botanicals: Wacholder, Grapefruit- und Zitronenzeste, Galgant, Lavendel, Timutpfeffer, Salbei und Zeder. Nach der Mazeration kommen Zucker und echte Bourbon-Vanille für eine dezente Süße und cremige Textur hinzu, bevor der Gin in Edelstahlbehältern nachreift.

Der Sloe-Gin-Prozess

Die Schlehen wurden regional von Hand geerntet – Ende Oktober 2023, ein zeitintensiver Erntevorgang, der als Qualitätsmerkmal gilt, weil die Früchte schonend und selektiv gepflückt werden können. Anschließend mazerieren sie zwölf Monate lang im hauseigenen Wilder Mind Dry Gin.

Warum die lange Mazeration einen Unterschied macht

Übliche Sloe-Gin-Ansätze liegen bei drei bis sechs Monaten. Eine deutlich längere Mazeration wie hier vertieft in der Regel Farbe und Tannin-Extraktion, birgt aber auch das Risiko, dass zu lange mitgelagerte oder verletzte Kerne Bitterstoffe abgeben – ein Grund, warum viele Hersteller die Ansatzzeit bewusst begrenzen. Ob sich die zwölf Monate bei Wilder Mind geschmacklich als Vorteil oder als bewusst in Kauf genommenes Risiko erweisen, lässt sich ohne eigene Verkostung nicht abschließend beurteilen.

Zahlen im Überblick

Die erste Charge umfasst lediglich 550 Flaschen à 0,7 Liter zum Preis von 47,90 € – erhältlich direkt im Onlineshop der Destillerie. Der Aufpreis gegenüber einem regulären Dry Gin erklärt sich durch die arbeitsintensive Handernte und die limitierte Stückzahl.

Serviervorschlag

Pur über Eis oder in Cocktails wie dem Sloe Gin Fizz, bei dem die fruchtigen Schlehenaromen harmonisch mit Zitrus- und leicht bitteren Komponenten zusammenspielen.

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