Schlumberger übernimmt Greenall’s, Opihr und Thomas Dakin: Was der Premium-Gin-Deal für den deutschen Markt bedeutet

Gins aus England für Deutschland
Bilder: Quintessential Brands Group

Zum 1. April 2025 übernahm die Schlumberger Gruppe den exklusiven Vertrieb mehrerer internationaler Premium-Spirituosen in Deutschland – darunter drei britische Gin-Marken, die im deutschen Handel bislang unterschiedlich präsent waren.

Die drei Marken im Vergleich

Marke Stilrichtung Charakteristische Botanicals Varianten im Sortiment
Greenall’s London Dry Gin, seit 1761 in England hergestellt (Herstellerangabe: „Englands älteste kontinuierlich betriebene Gin-Destillerie“) klassisches Wacholderprofil Original, Wild Berry, Blueberry
Opihr Gewürzbetonter Gin mit Orient-/Fernost-Bezug Kubebenpfeffer, Koriander Oriental Spiced, Arabian Edition, European Edition, Far East Edition
Thomas Dakin Manchester-Stil mit ungewöhnlichen Zutaten Meerrettich, Orangenschale Small Batch Gin, Manchester Dry Gin

Drei unterschiedliche Positionierungen

Die drei Marken verfolgen erkennbar unterschiedliche Verkaufsargumente: Greenall’s setzt auf das Traditionsargument (seit 1761) und positioniert sich mit den Fruchtvarianten Wild Berry und Blueberry Richtung Longdrink-Einstiegssegment. Opihr baut auf eine Botanical-Geschichte entlang historischer Gewürzhandelsrouten und bietet mit vier Editionen einen Sammel- und Wiederkaufanreiz. Thomas Dakin differenziert sich über die Herkunft Manchester und die ungewöhnliche Zutat Meerrettich – ein Alleinstellungsmerkmal im ansonsten stark standardisierten Craft-Segment.

Ergänzt wird das Portfolio um Irish Cream Feeney’s sowie die Irish Whiskeys The Dead Rabbit und The Liberties – der Deal zielt also auf eine breitere Präsenz im britisch-irischen Spirituosensegment, nicht nur auf Gin.

Warum ein Vertriebswechsel für Käufer relevant ist

Ein Wechsel des Vertriebspartners wirkt sich in der Regel auf Regalverfügbarkeit, Preispositionierung und mitunter auch auf Lieferengpässe in der Übergangsphase aus – unabhängig davon, ob sich am Produkt selbst etwas ändert. Wer eine der drei Marken bislang über einen anderen Importeur bezogen hat, sollte im Fachhandel nach der neuen Listung fragen.

Ausblick

Laut Brancheneinschätzungen könnten mit Berkeley Square Gin und Bloom Gin zwei weitere Marken über denselben Vertriebsweg nach Deutschland kommen – zum jetzigen Stand ist das jedoch nicht bestätigt.

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