Grapefruit und Rosmarin sind eine naheliegende Gin-Tonic-Variante. Die meisten Anleitungen dazu unterscheiden sich allerdings kaum von der Standard-Zutatenliste mit anderem Etikett. Entscheidend für das Ergebnis ist die Technik, mit der beide Zutaten ihre Aromastoffe abgeben.
Zutaten
- 5 cl zitrus- oder wacholderbetonter Gin
- 150 ml neutrales Indian Tonic, gut gekühlt
- 1 breiter Streifen Grapefruitschale, ohne das weiße Albedo
- 1 Zweig frischer Rosmarin
- Große Eiswürfel oder ein Eisblock
Für ein Copa- oder Longdrinkglas. Ein sehr floraler Gin passt hier weniger gut, weil er mit der bitter-herben Grapefruitschale konkurriert statt zu harmonieren.
Zubereitung
- Rosmarinzweig einmal kräftig zwischen den Handflächen klatschen und ins leere Glas oder an den Glasrand geben.
- Glas randvoll mit großem Eis füllen.
- Gin eingießen.
- Tonic langsam am Eis entlang aufgießen.
- Grapefruitzeste über dem Glas knicken und ausdrücken, danach hineingeben.
Warum Rosmarin geklatscht wird und nicht einfach hineingelegt
Rosmarin speichert seine ätherischen Öle, vor allem Cineol und Kampfer, in winzigen Drüsen an der Blattunterseite. Wird ein Zweig unbehandelt ins Glas gelegt, bleiben diese Drüsen größtenteils intakt und der Zweig dient nur als Deko. Ein kräftiger Klatscher zwischen den Handflächen lässt die Drüsen aufplatzen, die Öle gehen sofort an Luft und Getränk über. Es ist derselbe Effekt, der bei Minze für den Mojito genutzt wird.
Zu starkes oder zu langes Reiben macht den Zweig dagegen bitter, weil dann auch Chlorophyll aus dem Blattgewebe austritt. Einmal klatschen genügt.
Grapefruit: Zeste statt Saft
Der Reiz liegt im ätherischen Öl der Schale, nicht im Fruchtfleisch. Ein breiter Streifen Grapefruitschale, über dem Glas geknickt und ausgedrückt, liefert ein intensiveres und direkteres Aroma als ein Spritzer Saft. Saft verdünnt sich sofort im Tonic und bringt zusätzlich Süße und Trübung mit, die den Drink optisch und geschmacklich verändern. Die Technik dahinter beschreibt unser Beitrag zur Zitronenzeste im Detail, sie gilt für Grapefruit genauso.
Welches Tonic passt
Ein neutrales bis leicht bitteres Indian Tonic lässt Grapefruit und Rosmarin am klarsten durchkommen, weil es selbst wenig Eigengeschmack beisteuert. Aromatisierte Tonics mit eigener Zitrusnote, etwa Mediterranean oder Grapefruit-Tonics, überlagern sich leicht mit der frischen Zeste. Wer sie trotzdem verwenden möchte, reduziert die Grapefruitmenge, um keine doppelte Süße-Säure-Note zu erzeugen.
Welcher Gin passt
| Gin-Stil | Eignung | Warum |
|---|---|---|
| Zitrusbetont | sehr gut | Die Zitrusöle des Gins und der Zeste verstärken sich |
| Klassischer London Dry | gut | Wacholder und Rosmarin teilen die terpenhaltige Richtung |
| Würzig und pfeffrig | gut | Der Rosmarin greift die Würze auf |
| Floral | eher nicht | Blütennoten und bittere Grapefruitschale arbeiten gegeneinander |
Variationen
- Thymian statt Rosmarin. Feiner und weniger harzig, passt zu leichteren Gins.
- Rosa Grapefruit. Etwas süßer und milder in der Bitterkeit, gut für den Einstieg.
- Mit rosa Pfeffer. Zwei bis drei Körner leicht angedrückt geben eine fruchtige Schärfe dazu.
Häufige Fragen
Kann ich Grapefruitsaft statt der Zeste nehmen?
Möglich, ergibt aber einen anderen Drink: süßer, trüber und mit weniger Aroma aus der Schale. Wer beides will, nimmt die Zeste und dazu höchstens einen Teelöffel Saft.
Frischer oder getrockneter Rosmarin?
Frisch. Getrockneter Rosmarin hat die flüchtigen Öle bereits weitgehend verloren und schmeckt im Drink staubig.
Wie lange kann der Rosmarin im Glas bleiben?
Über die gesamte Trinkdauer. Anders als Minze wird Rosmarin nicht bitter, solange er nicht zerrieben wurde.
Das Grundrezept mit Mischverhältnis und Zubereitung steht im Gin Tonic Rezept, weitere Varianten in den Gin-Cocktail-Rezepten.
