Woodland ist einer der wenigen deutschen Craft-Gins, bei dem das Konzept vor dem Marketing kam: Der 2017 in Sundern gegründete Sauerland Dry Gin (45,3 % vol) baut seinen Charakter konsequent auf Wald-Botanicals der Region auf, unter anderem Fichtenspitzen, Baumpilz und Löwenzahnwurzel für die erdige Basis, dazu Brennnessel, Sauerampfer und Zitrus in der Kopfnote. Gebrannt wird mit Sauerländer Quellwasser, in Partnerschaft mit einer etablierten Spezialitätenbrennerei in Hagen. Hinter der Marke steht ein Gründerkreis von sechs Partnern.
Die internationale Anerkennung ist belegt: Beim World Gin Award holte der Sauerland Dry Gin 2019 Gold, der Pink Gin 2020 Bronze. Damit gehört Woodland zu den sichtbarsten Vertretern des deutschen Gin-Booms und zeigt zugleich dessen Kehrseite. Anfang 2025 musste die Sauerland Distillers GmbH Insolvenz anmelden; als Grund wurde ein deutlich eingebrochener Konsum genannt, ein Muster, das derzeit viele Craft-Brennereien trifft. Kurz darauf wurde die Fortführung gesichert: Mitgründer und Gesellschafter Olaf Baumeister übernahm über sein Gastronomie- und Hotelunternehmen; Marke, Produkte und Arbeitsplätze bleiben laut Berichten erhalten.
Für die Einordnung ist genau das interessant: Woodland steht exemplarisch für den Boom-und-Konsolidierungszyklus des deutschen Gin-Markts. Ein preisgekröntes Produkt mit klarer Terroir-Erzählung und Reichweite ist kein Selbstläufer, wenn die Nachfrage kippt, kann aber durch die richtige Eigentümerstruktur überleben. Positioniert ist Woodland im Premiumsegment.
Redaktioneller Hinweis: World-Gin-Award-Prämierungen 2019/2020 sind primärquellenbelegt; weitere kursierende Preise nicht einzeln verifiziert und daher nicht aufgeführt. Schreibweise einzelner Gründernamen variiert je Quelle.