Die Euelsberger Brennerei im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist ein Betrieb, dem man die Handschrift eines Quereinsteigers anmerkt, im positiven Sinn. Gründer Stephan Thomé ist gelernter Elektroingenieur und führt die Brennerei seit rund 2019 mit einem ausgeprägten Faible für Aromen: Von über 300 Botanicals ist die Rede, inklusive einer „Aromenwand“ mit mehr als 80 Pfeffersorten. Diese Experimentierfreude schlägt sich in einer klaren Sortenlogik nieder, fünf durchnummerierte Gins von „#1 Pepper & Lemon“ bis „#5 Summer“, dazu Limited Editions.
Handwerklich bleibt der Betrieb bodenständig: London Dry, 14-tägige Mazeration der Botanicals, kleine 100-Liter-Kupferbrennblasen, mindestens zwei Monate Lagerung. Regionale Eifel-Zutaten fließen ein. Der eigentliche strategische Zug ist aber die 2023 in einem umgebauten ehemaligen Kälberstall eröffnete Gin School mit drei Kursformaten vom zweistündigen Tasting bis zum zweitägigen Destillierkurs. Damit verbindet Euelsberger Produktion und Erlebnisgastronomie und positioniert sich als Genuss-Destination, nicht als klassische Bar, ein Modell, das kleinen Brennereien planbaren Direktumsatz und Kundenbindung bringt.
Bei den Auszeichnungen ist Vorsicht geboten: Die Brennerei kommuniziert über 30 Prämierungen; belegbar ist unter anderem Gold beim World Spirits Award. Die vielzitierte „Teilnahme“ an den World’s 50 Best Bars Awards 2025 sollte redaktionell als Teilnahme oder Bewerbung eingeordnet werden, nicht zwingend als offizielle Nominierung, solange keine Bestätigung der Award-Organisation vorliegt.
Redaktioneller Hinweis: Gründungsjahr nur indirekt aus einem Interview ableitbar (ca. 2019); „50 Best Bars“-Bezug ist eine Selbstankündigung.